Neue Schädelakupunktur nach Yamamoto
Die neue Schädelakupunktur nach Yamamato (YNSA):
In den 60er Jahren fand ein neugieriger japanischer Arzt einen hochwirksamen Akupunkturpunkt am Schädel zur Behandlung von Rückenschmerzen und entdeckte im Verlauf ein gesamtes Projektionsareal für den Bewegungsapparat. Später fand er weitere Projektionsareale für die inneren Organe und für das zentrale Nervensystem.
Weiterhin entwickelte Dr. Toshikatsu Yamamoto (geb. 1929) eine spezielle Arm-, Hals- und Bauchdeckendiagnostik, mittels derer zum einen Organpunkte ermittelt werden können und zum anderen eine Therapiekontrolle möglich wird.
Bis heute ist Dr. Toshikatsu Yamamoto trotz seines betagten Alters von über 90 Jahren noch ärztlich tätig, und ich hatte die Ehre bei einem seiner wenigen Schüler weltweit die Fortbildung zu absolvieren.
Das Vorgehen zur Punktauswahl erfolgt wieder im Team. Neben der Bauch- und Halsdiagnostik werden die YNSA-Punkte auch anhand ihrer Druckschmerzhaftigkeit lokalisiert, welche ich mit meiner Daumenkuppe palpiere und unmittelbar schräg nadele. Ziel ist es, eine unmittelbare Wirkung zu erzielen, ansonsten können durch kleinste Lageänderungen der Nadel die Wirkung optimiert werden.
Indikationen für die YNSA-Akupunktur:
Die Yamamoto-Schädelakupunktur kann wie die Ohrakupunktur auch bei prinzipiell allen Beschwerdebildern angewandt werden. Große Anwendung und eine Bereicherung ist sie bei zentralen Paresen und Spastiken, sowie bei Störungen des Bewegungsapparates.
Zu den wichtigen Indiktionen zählen:
- akute und chronische schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungssystems, z.B. Wirbelsäulensyndrome, Lumbo-Ischialgien
- Lähmungen unterschiedlicher Genese
- funktionelle Beschwerden (reversibel) z.B. Kopfschmerzsyndrome, Migräne, Oberbauchbeschwerden, Störungen der inneren Organe
- Erkrankungen der Sinnesorgane, z.B. Augenerkrankungen, Riechstörungen,
- Nasen- und Nasennebenhöhlenaffektionen
- Störungen an Lippen, Mund, Zahnfleisch und Zähnen
- Erkrankungen mit Hör- und Gleichgewichtsstörungen
Bei der Schädelakupunktur gibt es einige wenige Kontraindikationen:
Absolute Kontraindikationen:
- lebensbedrohliche Erkrankungen
- Schmerzsyndrome mit Operationsindikationen
- schwere Infektionskrankheiten
- Entzündungen im Punktionsareal
Relative Kontraindikationen:
- Schmerzzustände, die keiner orientierenden Diagnose zugeordnet werden können
- ausgeprägte Schwäche- bzw. Erschöpfiungszustände
- übermäßige Schmerzhaftigkeit einzelner Akupunkturpunkte
- Schwangerschaft