Coimbra-Protokoll

Hochdosis-Vitamin-D-Therapie bei Autoimmunerkrankungen

Auch wenn diese Therapie nichts mit meiner Tätigkeit im Rahmen der Akupunktur zu tun hat, möchte ich dennoch auf meiner Seite über diese Therapiemöglichkeit informieren. Das Coimbra-Protokoll ist eine klinisch fundierte, individualisierte Therapieoption für Menschen mit Autoimmunerkrankungen!

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Mein Weg zum Coimbra-Protokoll – von der Inspiration zur Ausbildung

2023

Der erste Impuls

Im Jahr 2023 hörte ich zum ersten Mal vom Coimbra-Protokoll, als ich eine Weiterbildung im Bereich der orthomolekularen Medizin absolvierte. Und es war ein Zusammenspiel aus dem Fortbildungsdozenten, der immer wieder das Coimbra-Protokoll nannte, und einem Zufall. Denn an diesen Wochenenden nahm auch ein älteres türkisches Ehepaar teil, in der ersten Reihe sitzend und als Chemiker mit spannenden Fragen und Kommentaren den Kurs bereichernd. Mit mindestens Ende 70, waren sie definitiv die ältesten. Der Schlüsselmoment war der letzte Tag: Ganz nebenbei erwähnte der Ehemann, dass seine Frau aufgrund ihrer Multiplen Sklerose seit Jahren nach dem Coimbra-Protokoll lebt:  60.000 IE Vitamin-D täglich, symptomfrei und in Remission. Ab dem Zeitpunkt gab es keinen Weg für mich zurück: Ich möchte diese Methode lernen!

2025

Der nächste Schritt

Es dauerte zwei Jahre, bis ich in den offiziellen Ausbildungspool aufgenommen wurde. Und seit diesem Jahr darf ich offiziell die Ausbildung zum zertifizierten Coimbra-Protokoll-Arzt absolvieren und die Therapie ab sofort anwenden. Sowohl fachlich als auch persönlich bedeutet das eine Weiterentwicklung; ein Aufbrechen von Gedankenstrukturen, offen sein für neues und fremdes und ein Aufbrechen eines schulmedizinischen Paradigmas.

Was ist das Coimbra-Protokoll?

Das Coimbra-Protokoll ist eine individualisierte Hochdosis-Vitamin-D-Therapie, die speziell für Menschen mit Autoimmunerkrankungen entwickelt wurde.

Grundlage ist die Erkenntnis, dass bei vielen Menschen genetische Veränderungen im Vitamin-D-Stoffwechsel vorliegen: Es sind Störungen

  • im Rezeptor, der auf den Zielzellen ist
  • in den Enzymen zur Umwandlung des inaktiven Vitamin-D's in die aktive Form in der Leber und der Niere
  • in den Transportproteinen, welche Vitamin-D zu den Zielzellen transportieren

Die Folge dieser Störungen ist, dass der Mensch gegenüber der Wirkung von Vitamin-D resistent ist: Vitamin-D kann seine physiologische Wirkung nicht entfalten. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine komplette Resistenz, sondern nur um eine teilweise und von Individuum zu Individuum unterschiedliche. Das Ergebnis hieraus ist, dass jeder eine individuelle Dosis an täglichem Vitamin-D benötigt und diese bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen um ein Vielfaches höher liegt als bei Gesunden.

Prof. Dr. Cicero Coimbra
Internist, Neurologe und Biochemiker
Ursprung
Brasilien, Universität São Paulo
Seit
Erste Therapieansätze seit 2002
Ziel
Einsatz bei Autoimmunerkrankungen

Stellen Sie sich ein Hochhaus mit vielen Zimmern vor. Stellen Sie sich vor, dass Tausende von Türen in diesem Wolkenkratzer nur von einem einzigen Schlüssel geöffnet oder verschlossen werden können. Sie können diesen Wolkenkratzer mit jeder Zelle des Immunsystems vergleichen und den Schlüssel mit Vitamin D.

Prof. Dr. Cicero Coimbra

Frühe 2000er

Erste Beobachtungen

Prof. Dr. Cicero Coimbra verabreichte Patienten mit autoimmunbedingten Hauterkrankungen (z.B. Psoriasis) hochdosiert Vitamin-D. Das verblüffende Ergebnis war ein Stillstand und eine Besserung der Hautstörungen. Der Stein für seine intensive Forschung war gesetzt und er widmet sich seither dieser Forschung und Therapie.

Bis 2009

Forschung und Fallstudien

In den folgenden Jahren untersuchte Coimbra sowohl im Labor als auch bei seinen Patienten die Wirkungen von höheren Gaben Vitamin D. Als Neurologe bildeten vor allem Patienten mit Multipler Sklerose (MS) sein Patientenkollektiv. Bis 2009 optimierte er diese Hochdosis-Vitamin-D und es etablierte sich ein zwar individualisiertes aber dennoch standardisiertes Therapiekonzept: Die Geburt des Coimbra-Protokolls.

2013

Veröffentlichung erster Ergebnisse

Im Jahr 2013 veröffentlichte Prof. Coimbra zusammen mit seinem Team eine Pilotstudie zur Hochdosis-Vitamin-D-Therapie bei Vitiligo und Psoriasis in der Fachzeitschrift Dermato-Endocrinology. Eine Veröffentlichung von Ergebnissen bei MS-Patienten wurde ihm bis heute untersagt. Ein möglicher Grund 25 Mrd. Umsatz in der Pharmaindustrie bei der MS-Behandlung und dank teurer Immuntherapien Tendenz steigend.

bis 2018

Internationale Verbreitung

Bis 2018 reisten über 140 Ärzte weltweit nach Brasilien und wurden in der Praxis von Dr. Coimbra ehrenamtlich ausgebildet. Seitdem sind internationale Netzwerke und Fortbildungen entstanden. Auch in Europa und Deutschland.

seit 2021

Studie "Coimbra-Protokoll in der MS" - Ein Meilenstein

Von 2021 an über einen Zeitraum von 3 Jahren wurde MS-Patienten rekrutiert und in einer Verlaufsbeobachtung auf die Sicherheit bei der Anwendung einer Hochdosis-Vitamin-D-Therapie untersucht. In einem zweiten Schritt werden zusammen mit der Charite Berlin deren Sudienregister vergleichen. Damit wird erstmalig die Wirksamkeit im Vergleich zu pharmakologischen Basistherapien und/oder therapie-naiven Verläufen untersucht.

bis heute

Breite Anwendung und wissenschaftliche Begleitung

Das Coimbra-Protokoll wird heute bei einer Vielzahl von Autoimmunerkrankungen eingesetzt, darunter:

  • Multiple Sklerose (MS)
  • Psoriasis
  • Rheumatoide Arthritis
  • Lupus erythematodes
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Vitamin D - Kein Vitamin! Das HORMON und seine Schlüsselrolle

Sexualhormone, Stresshormone und Schilddrüsenhormone - in diese Gruppe gehört auch das Vitamin D.  Unsere Haut mit Hilfe der UVB-Sonnenstrahlen, die Niere und die Leber sind zusammen in der Lage das Hormon und seine aktive Form zu bilden. Es ist an über 6.000 Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper beteiligt.

Diese Prozesse betreffen unter anderem:

  • das Nervensystem (z. B. Schutz der Nervenzellen),
  • das Immunsystem (z. B. Regulation von Entzündungsreaktionen),
  • das Herz-Kreislauf-System,
  • sowie die psychische Gesundheit.

Gerade im Bereich der Immunregulation spielt Vitamin D eine zentrale Rolle – und genau hier setzt das Coimbra-Protokoll an.

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Genetische Störungen im Vitamin-D-Stoffwechsel

Wissenschaftliche Grundlage ist die Erkenntnis, dass bei vielen Menschen eine genetisch bedingte Störung im Vitamin-D-Stoffwechsel vorliegt. Diese kann sich auf verschiedene Ebenen auswirken:

  • Rezeptoren auf den Zielzellen sind weniger empfindlich gegenüber der Bindung von Vitamin D oder in ihrer Anzahl reduziert.
  • Enzyme, die für die Umwandlung in die aktive Form zuständig sind (in Leber und Niere), sind in ihrer Kapazität eingeschränkt oder in ihrer Anzahl reduziert.
  • Transportproteine, die Vitamin D im Blut zu den Zielzellen bringen, sind in ihrer Funktion gestört oder ihrer Anzahl reduziert.

Die Folge ist eine Vitamin-D-Resistenz: Obwohl Vitamin D im Körper vorhanden ist, kann es seine seine physiologische Wirkung nicht vollständig entfalten. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine komplette Resistenz, sondern nur um eine teilweise und von Individuum zu Individuum unterschiedliche Störung. Das Ergebnis hieraus ist, dass jeder eine individuelle Dosis an täglichem Vitamin-D benötigt und diese bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen um ein Vielfaches höher liegt als bei Gesunden. Diese individuelle Dosis ist die Grundlage des Coimbra-Protokolls

 

 

Warum eine höhere Dosierung notwendig ist

Ziel dieser Hochdosis-Therapie ist es, den Organismus mit soviel Vitamin D zu fluten, damit seine physiologischen und wichtigen Wirkungen entfaltet werden können. Die individuelle tägliche Dosis ist so hoch, dass die Basis der Berechnung nicht der gemessene Vitamin-D-Spiegel im Blut ist, sondern das Parathormon (PTH) als indirekter Parameter bestimmt wird.

Im Coimbra-Protokoll wird diese Dosis individuell ermittelt und regelmäßig angepasst.

Nur durch diese personalisierte Herangehensweise kann Vitamin D seine volle Wirkung entfalten und zur Stabilisierung des Immunsystems beitragen – ein zentraler Baustein in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen.

Ziele der Therapie

Das Coimbra-Protokoll verfolgt das Ziel eine Remission der Autoimmunerkrankung zu erreichen, also die Krankheitsaktivität zum Stillstand zu bringen. Dabei geht es nicht um eine Heilung im klassischen Sinne, sondern um eine Stabilisierung des Krankheitsverlaufs und eine spürbare Linderung der Beschwerden.

Keine falschen Versprechungen

Es ist wichtig zu betonen, dass das Coimbra-Protokoll keine Heilung verspricht. In der Vergangenheit wurde dies fälschlicherweise immer wieder behauptet. Die Therapie zielt vielmehr auf eine langfristige Verbesserung der Lebensqualität ab – realistisch, verantwortungsvoll und wissenschaftlich fundiert.

Sanft und sicher – bei richtiger Anwendung

Ein großer Vorteil dieser Methode: Bei korrekter Durchführung unter ärztlicher Aufsicht ist das Coimbra-Protokoll besonders nebenwirkungsarm. Im Vergleich zu vielen anderen Therapien für Autoimmunerkrankungen ist es gut verträglich – vorausgesetzt, die Begleitmaßnahmen werden eingehalten und die Therapie wird regelmäßig kontrolliert.

Zusammenfassung auf einen Blick

  • Remission – also Stillstand der Erkrankung – und Linderung der Beschwerden.
  • Keine Heilung, aber Stabilisierung.
  • Nebenwirkungsarm bei ärztlich begleiteter Anwendung.

Begleitmaßnahmen und Sicherheit

Die Hochdosis-Vitamin-D-Therapie ist gut verträglich – vorausgesetzt, sie wird korrekt durchgeführt und ärztlich begleitet.

Kalziumarme Ernährung

Verzicht auf Milchprodukte, Nüsse, Samen, grünes Blattgemüse und kalziumreiches Wasser.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Mindestens 2,5 Liter Wasser täglich zur Entlastung der Nieren.

Regelmäßige Laborkontrollen

  • Kalzium (Blut und Urin)
  • Kreatinin
  • Parathormon (PTH)
  • Vitamin-D-Spiegel

Ärztliche Begleitung

Die Therapie darf nicht in Eigenregie erfolgen – regelmäßige Kontrolle ist Pflicht.

Do’s & Don’ts

  • Viel trinken (mind. 2,5 Liter täglich)
  • Regelmäßig Blutwerte kontrollieren lassen
  • Kalziumarme Ernährung einhalten
  • Therapie mit einem geschulten Arzt durchführen
  • Keine Selbstmedikation
  • Keine Milchprodukte oder kalziumreiche Nahrung
  • Keine Therapie ohne Laborkontrollen

Therapie auf Augenhöhe

Was mich persönlich besonders an dieser Methode überzeugt, ist der partnerschaftliche Ansatz: Die Therapie funktioniert nur im Team – auf Augenhöhe zwischen Arzt und Patient. Dieses Prinzip entspricht meinem ganzheitlichen Verständnis von Medizin.

Im Coimbra-Protokoll ist der Patient nicht nur Empfänger einer Behandlung, sondern aktiver Teil des Prozesses. Die Therapie erfordert Verantwortung, Mitwirkung und Vertrauen – auf beiden Seiten. Nur wenn Patient und Arzt eng zusammenarbeiten, kann die Behandlung sicher und erfolgreich verlaufen.

Dazu gehört:

  • das gemeinsame Verständnis der Therapieziele,
  • die regelmäßige Kommunikation über Befinden, Laborwerte und Anpassungen,
  • und die Bereitschaft, sich auf eine langfristige Zusammenarbeit einzulassen.

Ich nehme mir Zeit für Aufklärung, Fragen und individuelle Begleitung – denn nur wer versteht, was im Körper passiert, kann auch bewusst mitwirken. Diese Form der Zusammenarbeit ist für mich nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch menschlich wertvoll.

Die Therapie funktioniert nur im Team – auf Augenhöhe zwischen Arzt und Patient.“

Dr. Claudia Sander

Mehr erfahren / Kontakt

Wenn Sie mehr über das Coimbra-Protokoll erfahren möchten oder Fragen zur Anwendung, zur Ausbildung oder zur individuellen Eignung haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Auf der offiziellen Webseite des Coimbra-Protokolls finden Sie zudem viele weiterführende Informationen, wissenschaftliche Hintergründe und Erfahrungsberichte:

👉 www.coimbraprotokoll.de

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